Schaumspritzgießen

 

Schaumspritzgießen ist ein Niederdruckspritzgießverfahren zur Herstellung geschäumter Formteile mithilfe physikalischer oder chemischer Treibmittel.

Wesentliche Vorteile:

  • Hohe Steifigkeit trotz geringen Gewichtes
  • Reduzierung der Zykluszeit
  • Geringere Schließkräfte
  • Kein Verzug auch bei geringen Wandstärken
  • Keine Einfallstellen
  • Große Fließwege realisierbar
 

Einsatz physikalischer Treibmittel (MuCellTM-Verfahren):

  • Injizieren physikalischer Treibmittel (Stickstoff oder Kohlendioxid) in den Schneckenzylinder
  • Sonderschnecke zur homogenen Vermischung der Schmelze
  • Feinzellige Schaumstruktur

Verwendung chemischer Treibmittel (TSG-Verfahren):

  • Thermoplast-Schaumspritzgießen
  • Chemische Treibmittel werden meist granulatförmig wie ein Masterbatch dem Kunststoffgranulat zugegeben

 

Um die oft schlechte Oberflächenqualität von geschäumten Formteilen zu verbessern, gibt es zwei Möglichkeiten:

Gasgegendruckverfahren:

  • Vor Einspritzen Aufbau von ausreichend hohem Gasdruck im Formnest zur Vermeidung des vorzeitiges Aufschäumens des Treibmittels während der Formnestfüllung
  • Einspritzen der treibmittelhaltige Schmelze gegen diesen bereits aufgebauten Druck, um Aufschäumen der Schmelze während des Einspritzens zu vermeiden
  • Formnest ist vollständig mit Schmelze gefüllt, während das Aufschäumen infolge der Volumenkontraktion des Kunststoffes beim Abkühlen erfolgt

Beim Sandwichspritzgießen sind die Formteile so aufgebaut, dass sie eine kompakte Außenhaut und einen geschäumten Kern aufweisen.