Duroplastverarbeitung

 

Im Gegensatz zu Thermoplasten zeichnen sich duroplastische Werkstoffe durch einige besondere Eigenschaften aus, die im Wesentlichen auf das chemische Vernetzen und Aushärten beim Verarbeiten zurückzuführen sind.

Wesentliche Merkmale und Anwendungen:

  • Hohe Temperaturbeständigkeit
  • Ausgezeichnete Medienbeständigkeit
  • Sehr hohe mechanische Festigkeit
  • Geringe Kriechneigung
  • Anwendungen in der Elektro-/Elektronikindustrie, Haushalts- und Automobilindustrie
  • Wichtigste Formmassen sind Phenolharze (PF), Ungesättigte Polyesterharze (UP), Melaminharze (MF), Melaminphenolharze (MP), Harnstoffharze (UF) und Epoxidharze (EP)

 

Wesentliches Unterscheidungskriterium von Duroplast- und Thermoplastverarbeitung ist die Temperaturführung. Duroplast-Schmelze wird auf etwa 70° C - 100° C aufgeheizt und dann in ein auf ca. 150° C - 190° C aufgeheiztes Werkzeug eingespritzt.

Battenfeld bietet neben klassischem Spritzgießen 2 Verfahren zur Verarbeitung von Duroplasten an:

  • Spritzprägen: Einspritzen in leicht geöffnetes Werkzeug, das danach erst vollständig geschlossen wird
  • Kernprägen: Einspritzvorgang erfolgt in vollständig geschlossenes Werkzeug mit Prägevorgang durch einen oder mehrere Werkzeugkerne

 

Duroplast-Spritzgießen erfordert den Einsatz eines speziellen Pastifiziersystems.

Wesentliche Charakteristika:

  • Relativ kurze Schnecke ohne oder mit nur geringer Kompression
  • Keine Rückstromsperre
  • Flüssig temperierter Schneckenzylinder
  • Maschinen mit spezifischen Optionen, z.B. Werk-
    zeugheizungsregelstellen sowie Präge- und Lüftungsprogramme